Mitgliedertreffen BO Halle

10. November 2023

Am 4. November hat sich die Basisorganisation Halle zu ihrem jährlichen Mitgliedertreffen versammelt, um abseits der politischen Veranstaltungen, Gedenken und Demonstrationen ins Gespräch zu kommen und neue wie alte Kamerad:innen kennen zu lernen. 25 Kamerad:innen kamen zusammen, erfreuten sich bei guter Verpflegung, Kaffee und Kuchen über den humorvoll vorgetragenen Jahresbericht der Landesvorsitzenden Gisela Döring. Besonderer Dank gilt Barbara Branß, Vorsitzende der BO Halle, für die Organsitation des Mitgliedertreffens!

Rede von Landesvorsitzender Gisela Döring

Liebe Kamerad*innen,
Im Namen des Landesvorstandes möchte ich Euch alle hier an gleicher schöner Stelle, wie im vorigen Jahr, begrüßen. Vorab großen Dank an Euch alle, die Ihr so zahlreich bei unseren Aktionen, Demos, Kundgebungen mit dem Bündnis gegen Rechts, dessen Gründungsmitglied wir sind, teilgenommen habt, an unseren Ständen zum 1.Mai, Weltfriedenstag, Martin-Luther-Universität, bei den 3 Aktionstagen „Stoppt das Töten in der Ukraine“, gemeinsam mit der Deutschen Friedensgesellschaft, dessen Bundessprecher, Ralf Buchterkirchen, unser MG ist. Besonderen Dank dabei für inhaltliche und logistische Unterstützung an unsere jungen MG, Alina , Kolja, Lukas, an K.-H Deuerling, an den Landessprecherrat insgesamt!

Werden wir poetisch: der deutsch-jüdische Dichter, Heinrich Heine, schrieb in: „Deutschalnd. Ein Wintermärchen“:

Im traurigen Monat November war’s,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.

Heinrich Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, Caput I

Was sah er da in Halle?

Zu Halle auf dem Markt,
Da stehn zwei große Löwen.
Ei, du hallischer Löwentrotz,
Wie hat man dich gezähmet!

[…]

Zu Halle auf dem Markt,
Da steht eine große Kirche.
Die Burschenschaft und die Landsmannschaft,
Die haben dort Platz zum Beten.

Heinrich Heine, Die Heimkehr

Politische Schlafmützen unter Studenten gibt es heute auch, es gibt auch Rechte, aber das Bündnis Halle gegen Rechts, das zu 2/3 aus Studis besteht, ist voll linker Power, reißt uns mit: Nov.22 , große Demo gegen AfD (500: 70): Es gibt kein Platz für Nazipropaganda. Dagmar, Ralf, Kolja, B. A., am Stand, ich auf den Lastwagen gehüpft, Redebeitrag… Die Straße von uns besetzt. So auch im Juli diesen Jahres in Magdeburg: 3000 lautstarke Demonstranten gegen den Bundesparteitag der AFD. Die VVN stark vertreten, Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein, Kolja hatte fast alle Freunde aus dem Ruhrgebiet mitgebracht.
Lukas steht als einer der maßgeblichen Macher, für das Kollektiv IfS-dichtmachen. Mit Bussen nach dort. Von uns auch reifere Jugend dabei. Die Nachfolger der alten Germanen, der Neofaschisten, der Denkfabrik für die AFD, lautstark störend, deren Sommerakademien aufmischend, Zeichen setzen. Die örtlichen Antifaschisten unterstützen. Unsere Redebeiträge entlarven den demagogischen Populismus, reißen die bürgerliche Fassade ab, zeigen auf die faschistische die Blut- und Boden- Ideologie.

Mit dem Bündnis gemeinsam gegen Antisemitismus, der wieder salonfähig wurde und wird, der sich mit dem Anschlag auf die hallesche Synagoge in seiner grausamsten Gestalt zeigte. Zum 3. Jahrestag 2022, gab es an dem Tag die Entgleisung, dass auf dem Markt, dem Ort des Gedenkens 2019, der Marathonlauf, stattfand. Es gab Proteste. Wir wandten uns an den BG, Stadtrat, und schlugen einen städtischen Gedenktag vor. Das wurde in der MZ diskutiert, sogar abgestimmt: Mehrheit dagegen…, aber in dieses Jahr wurde es so begangen, auch ohne die Bezeichnung.

Das Gedenken war überschattet von dem nicht erklärten Krieg der Terrororganisation Hamas, ihren Massakern. In unserem Statement, in der MZ und du bist Halle veröffentlicht, verurteilen wir den brutalen Überfall der HAMAS aufs Schärfste, warnen aber vor einem Flächenbrand.

Als VVN, deren Gründungsmitglieder auch jüdische überlebende waren, fühlen wir das Leid des israelischen Volkes mit, wir fühlen auch mit dem palästinensischem Volk, das von den Hamas als Schutzschild missbraucht wird. Wir fordern Waffenstillstand. Wir fordern eine überfällige 2- Staatenlösung. Wir erinnern uns an Arafat (Palästinenser Tuch, Befreiungsbewegung.) und Rabin. Beide arbeiteten an der 2-Staaten-Lösung. Erhielten den Friedensnobelpreis. Rabin wurde von eigenen, extremistischen Leuten ermordet.

Wir haben gute Verbindungen mit den jungen Mitgliedern des Tagebuchs der Gefühle geknüpft. Sie haben mehrfach in ihren Publikationen über Auschwitz berichtet. Sie haben uns in unseren Gedenkveranstaltungen am 8. Mai und zum Tag der Erinnerung, Mahnung und Begegnung mit Rezitationen und Lesungen unterstützt. Uns ist einiges gelungen bei der aktiven Gedenkarbeit mit Schüler*innen:

Im Feininger-Gymnasium Halle, vor 300 Schüler*innen, lasen zu den Bildungswochen gegen Rassismus 2023 Silvia Gingold und Ulrich Schneider aus der Autobiografie von Peter G. des deutsch-jüdischen Resistance-Kämpfers. Große Aufmerksamkeit bei den Schülern, Nachfragen und emotionale Statements.

Gleichermaßen ist uns gelungen, mit dem erinnerungspolitischem Buch von Dr. Werner Dietrich. D., : „Die organisierte Arbeiterbewegung in Zeitz“ Schüler*innen des Gymnasium Droyßig zu interessieren. Werner Dietrich. war krank, so machten Dagmar und ich uns auf den Weg.

Der Vortrag war erfolgreich, wir weckten die Neugier der Schüler. Sie wollen daraus Projekte machen, sich auf weitere Forschungen zu den Biographien begeben. Es ist auch durch zähe Kleinarbeit gelungen, die Stadtverwaltung zu begeistern, so dass diese nun das Buch als wichtige erinnerungspolitische Grundlage nehmen will.

Also, an der Jugendarbeit dranbleiben. Alina, Kolja und Lukas sind dabei, eine Jugendgruppe zu bilden. Haben jugendgemäße, moderne Vorstellungen der Vermittlung des Gedenkens… z. B. Audio-Rundgänge…

Ihr seht ja, wie unsere Seite jetzt ständig auf neuestem Stand ist. In Text und Bild, auch auf Instagram… Dank an den Redakteur Kolja.

Wir haben uns auch positioniert zum neuen Asylgesetz, das Menschen, Schutzsuchende, auch Kinder, internieren will, Abschiebungen rigoros, mit harter Polizeigewalt…

Dazu sagen wir: Kein Mensch ist illegal. Grenzenlose Solidarität. Der Internationalismus war Richtschnur der Widerstandskämpfer aus der Arbeiterbewegung und darüber hinaus.

Manifest: Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Heute gegen den Neoliberalismus, den profitgierigen Turbokapitalismus.

Das Motto der Aktionstage gegen den Krieg / die Kriege, die ja Hauptursache sind, dass Menschen fliehen, zum Weltfriedenstag: die Welt braucht Frieden! Braucht nicht, siehe Minister Pistorius: Ertüchtigung der Gesellschaft zur Wehrhaftigkeit, Aufrüstung…

Für unsere friedenspolitische Arbeit gilt der Schwur von Buchenwald: Für eine Welt des Friedens und der Freiheit.

Was sagt Heine dazu?

Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Heinrich Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, Caput I