Tiefschlaf im Land der Frühaufsteher – ein Weckruf!
8. Januar 2026
AFD, Landtagswahl, Sachsen-Anhalt

2026 muss sich Sachsen-Anhalt entscheiden: zwischen der extremen Rechten und einer komplizierten demokratischen Koalition. Aus dem ganzen Bundesgebiet blickt man auf diese Landtagswahl. Aber was tut die demokratische Zivilgesellschaft angesichts der neofaschistischen Bedrohung? – Bis jetzt nichts!
Eine neofaschistische Mehrheit ist nicht unrealistisch und es ist so naiv wie verantwortungslos, hier nicht das Schlimmste zu erwarten. Doch die demokratischen Parteien und große Teile der bürgerlichen Gesellschaft befinden sich noch im Tiefschlaf. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die Kampagnen, Forderungen und Äußerungen an die Wahlkämpfe der Jahre 2016 und 2021 erinnern, aber nicht auf die neue Situation eingehen – Es liegt an uns sie zu wecken!
Daher müssen sich alle Antifaschist*innen folgende Fragen stellen:
- Welch Konsequenzen hätte eine AfD-Landesregierung für uns?
- Was ist am Tag nach der Wahl im Falle eine AfD-Sieges zu tun?
Denn das bedeutet es unser historisches Wissen in politische Aktivität umzusetzen. Damit soll kein pessimistischer Alarmismus verbreitet, sondern der Aufbau demokratischer Allianzen vorangetrieben werden. Darüberhinaus müssen wir Bündnispartner*innen sowie fragen:
- Wie schützen wir unsere Mitglieder, sensible Informationen und Veranstaltungen?
- Wie sieht unsere Arbeit aus, wenn Behörden, Förderstrukturen und öffentliche Einrichtungen (pro-)faschistisch kontrolliert werden?
- Welche Kräfte werden stabil bleiben und welche mit der AfD zusammenarbeiten?
„Erwarte keine andere Antwort als die deine!“ – Bertolt Brecht
Die Antworten darauf müssen unsere Arbeit bis zur Wahl bestimmen. Wir laden alle Antifaschist*innen ein, diese Fragen in ihren Organisationen zu diskutieren und uns ihre Antworten mitzuteilen. Diese Diskussionen zu führen ist dabei schon selbst Teil des Kampfes um die Demokratie, denn es politisiert die Debatte abseits der seit Jahren bekannten Argumente, indem die drohenden Folgen einer neofaschistischen Landesregierung konkret macht.
Im Landesvorstand haben wir uns vorgenommen für das Wahljahr ein Aktionsprogramm zu entwickel, um durch Veranstaltungen und Protest als antifaschistischer Impulsgeber sichtbar werden. Wir freuen uns über alle Formen der Unterstützung bei kommenden Veranstaltungen und den Protesten gegen Neofaschismus, die auch lokal besonders große Wirkkraft entfalten, wenn dabei die bundesweite Relevanz deutlich wird. Egal ob Solidaritätsbekundung, Spende oder die aktive Teilnahme – wir freuen uns auf gemeinsame Aktionen mit euch in 2026 mit dem Ziel das Schlimmste zu verhindern, aber darauf vorbereitet zu sein, wenn es dazu kommt.
Landesvorstand
Hinweis
Dieser Text erschin auch in der Mitgliederzeitung antifa und in unserer „Information“ Nr. 118.
