81. Gedenken an das Massaker in Gardelegen

20. April 2026

GFI Gardelegen – Sonntag, 13. April 2026

Foto: Volksstimme

Das diesjährige Gedenken stand unter dem Leitgedanken „Vergangenheit verstehen, Gegenwart prägen“. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit der fortdauernden Verantwortung, die sich aus diesen faschistischen Verbrechen ergibt, sowie die Frage, wie historische Erkenntnis in gegenwärtiges Handeln übersetzt werden kann. Die Gedenkveranstaltung verbindet dabei Formen des stillen Erinnerns mit Beiträgen, die unterschiedliche Perspektiven auf Geschichte, Gegenwart und gesellschaftliches Engagement eröffnen. Die Gedenkrede hielt in diesem Jahr Jodi Breisler, Generalkonsulin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am US-Generalkonsulat in Leipzig.

„Vergangenheit verstehen, Gegenwart prägen“

Foto: Volksstimme

Die Gedenkstätte Gardelegen erinnert am historischen Tatort an das Massaker vom 13. April 1945, bei dem 1.016 KZ-Inhaftierte aus Mittelbau und Neuengamme ermordet wurden – eines der größten Verbrechen der NS-Todesmärsche. Auf Befehl der US-Armee errichtete die Stadtbevölkerung einen Ehrenfriedhof, der heute Teil der Gedenkstätte ist.

Die US-Generalkonsulin Jodi Breisler (1.v.l.) sagte, es bedeute ihr viel, an einem Ort wie diesem zu sein. Sie erinnerte an die Soldaten ihres Landes, Männer der 102. US-​Infanterie-Division, die am 14. April 1945 auf diesen Ort des Grauens gestoßen waren, dafür gesorgt hatten, dass die Opfer – die in Massengräbern verscharrt worden waren – respektvoll bestattet und die Gräueltaten der deutschen Faschisten dokumentiert wurden: „Bildung ist eines der stärksten Werkzeuge, um Vergangenheit und Gegenwart zu verbinden“, betonte sie.

Während des individeullen Gedenken auf dem Gräberfeld. Foto: Privat.

Mehr als 100 Besucher waren in diesem Sonntag gekommen. Von Gedenkstättenleiter Stefan Winzer gab es die „herzliche Einladung“ nach der offiziellen Stunde „noch individuell zu gedenken“ und bereitgestellte Rosen „an einem Ort Ihrer Wahl“ niederzulegen.

Der Gedenkstättenleiter Stefan Winzer (im Vordergrund) machte deutlich: „Es geht nicht darum, zu wissen, was damals falsch war. Sondern darum zu erkennen, wann es heute beginnt.“ Damit verbunden ist die Aufforderung, Verantwortung im eigenen Handeln wahrzunehmen – dort, wo sich entscheidet, ob man widerspricht oder schweigt, wo Grenzen verschoben werden oder Menschen ausgegrenzt werden.

Autor: Klaus-Peter Schuckies
Landesvorstandsmitglied