Statement zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

9. September 2026

, ,

Als Landesverband VVN-BdA Sachsen-Anhalt e.V. nehmen wir das Wahlergebnis mit großer Sorge zur Kenntnis.

Obwohl in den vergangenen Wochen und Monaten tausende humanistisch gesinnter Menschen, und wir mit ihnen, an Ständen, in Gesprächen mit Bürgerinnen, auf Demonstrationen und Demokratiefesten unterwegs waren, um die Demokratie zu schützen, zu bewahren und perspektivisch zu verbessern, ist es einer in Teilen faschistischen Partei gelungen, die überwältigende Mehrheit der Wahlstimmen zu erringen.

Es ist eine Schande für Sachsen-Anhalt, für Deutschland, dass zahlreiche, erwiesen rechtsextreme Kandidatinnen in das Landesparlament einziehen und dort mit den Mitteln der Demokratie diese verächtlich machen und umstürzen wollen.

Es droht real Ungeheuerliches: das erste Mal seit der Befreiung vom Faschismus, 1945, könnte eine gesichert als rechtsextrem eingestufte, in Teilen faschistische Partei die Regierungsmacht in einem Teil Deutschlands übernehmen.

Damit einher ginge die weitere Verrohung im politischen Diskurs, Gewalt gegen politische Gegnerinnen und die angekündigte weitere Entrechtung von Minderheiten. Als Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, als älteste antifaschistische Organisation Sachsen-Anhalts und bundesweit, warnen wir vor jeder Verharmlosung und Normalisierung der AFD und machen deutlich, dass auch jeder Mehrheitsentscheid antidemokratisch ist, wenn er gegen Grund- und Menschenrechte getroffen wird.

Im Vermächtnis stehend des „Nie wieder!“ unserer Gründungsmitglieder, der Überlebenden der KZ und Zuchthäuser, fordern wir alle demokratischen Kräfte, Vereine, Verbände, Organisationen, Einzelpersonen, auf, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, die sich den Akteurinnen des geplanten völkisch-nationalistischen Umsturzes entgegenstellt und eine solidarische Alternative für alle Menschen in Sachsen-Anhalt anbietet.

So viele Vereine, Verbände und Einzelne haben mit politischer Leidenschaft und Kreativität alles für die Demokratie, für Vielfalt und Antifaschismus gegeben. Sie haben unsere Städte und Dörfer bunter, schöner und lebenswerter gemacht. Sie haben Gesicht gezeigt und gemeinsam für Sachsen-Anhalt gekämpft. Es gilt nun, sie, uns alle, nicht im Stich zu lassen und gemeinsam für unteilbare Menschenrechte einzutreten. Das geht nur in breiten Bündnissen, in Netzwerken, in verdichteter Abwehrfront gegen die Faschisierung in diesem Land.

Wir rufen erneut auf zur antifaschistischen Aktion!

Gisela Döring und Lukas Wanke
i.A. des Landesverbandes