Aufruf zum Antifa. Zeitenwechsel am 8.11.2026 in Halle

4. November 2026

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Als Landesverband VVN-BdA Sachsen-Anhalt e.V. haben wir mit großer Bestürzung festgestellt, dass sich auch in diesem Jahr wieder eine „Buchmesse“ in Halle angekündigt hat, die mit der Vielfalt der Presselandschaft, mit Meinungs- und Kulturfreiheit, mit Demokratie und humanistischer Bildung nichts zu tun hat.

Von der Initiatorin Susanne Dagen wird vielmehr geschlossen völkischer Nationalismus präsentiert. Ganz deutlich wird das bei ihren engsten Verbündeten wie dem Verlag Antaios aus Schnellroda (Saalekreis). Hier werden Bücher von Rechtsterroristen aus der Vergangenheit wie Ernst von Salomon angeboten, der 1922 beim Mord am liberalen deutsch-jüdischen Außenminister Walther Rathenau mithalf, niemals Reue zeigte und während des Nazi-Regimes reich belohnt wurde. Heute ist er ein Held des AfD-Vorfelds und seine Bücher sind käuflich zu erwerben in der Halle-Messe. Aber auch gegenwärtige mutmaßliche Rechtsterroristen wie Kurt Hättasch, der mit den „Sächsischen Separatisten“ einen Nazi-Staat durch Mord an Andersdenkenden, jüdischen und muslimischen Menschen errichten wollte, sind präsent und werden als Märtyrer gefeiert.
Kein Verbrechen ist groß genug, um nicht auf der Buchmesse vertreten zu sein. Auch die Selbstinszenierungen faschistischer Funktionäre während des Massenmords werden weitergegeben. Zu nennen seien hier Werke von Léon Degrelle, dem höchst-dekorierten Ausländer in der SS. Seine geschichtsrevisionistischen Bücher gingen schon im letzten Jahr über den Ladentisch eines völkischen Aktivisten. Auch Werke von SS-Offizier Gregor Schwartz-Bostunitsch, antisemitischer „Vordenker“, enger Kollege und Freund des NS-Hauptkriegsverbrechers Alfred Rosenberg, sind bei beteiligten Aussteller*innen zu kaufen.
Im gesamten Programm gibt es Kriegsverbrechern und Terroristen, antisemitische und rassistische Lügen, rechte Propaganda und Hass für den Alltag. Deshalb soll auch die freie Presse ausgeschlossen und durch willfährige rechte Streamer*innen ersetzt werden, die nur das vermitteln, was Dagen in der Öffentlichkeit sehen will.
Diese Messe ist eine Schande für die Stadt Halle und das Bundesland Sachsen-Anhalt. Sie ist ein Ausdruck davon, was sich mit der AfD daran macht, die Regierungsgewalt zu übernehmen. Wir fordern alle humanistisch gesinnten Bürger*innen und Demokrat*innen dazu auf, die Normalisierung, Bagatellisierung und Verharmlosung der extremen Rechten endlich hinter sich zu lassen und sich stattdessen der antifaschistischen Bewegung anzuschließen.
Als Landesverband unterstützen wir deshalb selbstverständlich die Proteste der Kampagne für einen antifaschistischen Zeitenwechsel am 8. November 2026.