Heute wird an Hans-Joachim Sbrzesny erinnert, der am 1. August 2008 von zwei Neo-Nazis in einem Dessauer Park getötet wurde. Er lebte zu diesem Zeitpunkt im halleschen Riebeck-Stift und war nach Dessau gefahren, wo er in dem Park schlief, wo er überfallen wurde. Der 50-jährige wurde brutal angegriffen, misshandelt und schließlich getötet. Die beiden Täter waren tief ins neonazistische Milieu verstrickt, deutlich u.a. durch gefundene NS-Propaganda. Ihre Motivation war mutmaßlich geprägt durch die Verachtung vermeintlicher Schwäche, die viele neonazistische Übergriffe begeleitet. Mehr dazu findet ihr hier: www.rechte-gewalt-sachsen-anhalt.de/todesopfer/hans-joachim-sbrzesny/ Am 1. August wird um 15 Uhr ein Gedenkstein für Hans-Joachim Sbrzesny am Dessauer Hauptbahnhof eingeweiht: www.mz.de/lokal/dessau-rosslau/15-jahre-nach-der-tat-hans-joachim-sbrzesny-als-mordopfer-rechter-gewalt-anerkennt-3650486
In Naumburg wurde die Regenbogentreppe an der örtlichen Albert-Schweitzer-Schule übermalt. Was erst einmal nicht besonders ungewöhnlich klingt, ist ein Akt rechter Gewalt: Denn die von dem Jugendparlament eingerichtete Treppe sollte für die Gleichstellung von LGBTIQ*–Personen werben und ein Zeichen für Toleranz setzen. Dazu wurde sie nicht irgendwie übermalt, sondern mit Schwarz-Weiß-Rot, also den Farben des militaristischen Regimes des Deutschen Reiches, welche heute ausschließlich von Neo-Faschist*innen genutzt werden. Dieser Übergriff zeigt, wie stark die derzeitige extreme Rechte auf Queerfeindlichkeit setzt und wie stark Zeichen für Toleranz bekämpft und angefeindet werden. Er zeigt aber auch, wie wichtig ist es ist, dass das Jugendparlament in Naumburg solche Zeichen setzt. Ein weiteres braucht jetzt die Unterstützung von uns allen: am 12.8. soll der erste CSD im Burgenlandkreis in Weißenfels stattfinden – wir haben gesehen, wie notwendig er ist. Also: Seid dabei und unterstützt die Menschen vor Ort! Für queere Rechte und gegen die Neo-Faschist*innen!
Einem selbstlosen Streiter für die Rechte der Arbeitenden, antifaschistischen Widerständler, NS-Verfolgten, VVN-Aktivisten und Kommunalpolitiker!
Text und Foto: Dr. Werner Dietrich
Mein Großvater, dem diese Zeilen gewidmet sind, erblickte am 13. April 1885 im damaligen Leipziger Vorort Stötteritz das Licht der Welt. Als gelernter Former trat er 1903 der Metallarbeitergewerkschaft und 1906 der SPD bei. Nach Betätigungen als Former, Gewerkschafter, SPD-Mitarbeiter (ab 1917 USPD), Weltkriegssoldat und Angehöriger des Leipziger Arbeiter und Soldatenrates verschlug es ihn 1921 nach Zeitz, wo er Betriebsrätesekretär und Leiter der Rechtsabteilung beim Ortsauschuss des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes wurde. Zudem fungierte er als Ortsvorsitzender der USPD (ab 1922 wieder SPD).
Am Samstag haben wir in Schnellroda und haben die Protest des Kollektivs IfS dichtmachen gegen das Sommerfest der vermeintlichen „Neuen Rechten“ dort unterstützt. Mit rund 50 Antifaschist*innen aus der Region und aus ganz Sachsen-Anhalt zogen wir durch das Dorf und haben deutlich gemacht, dass der rechtsextremen Landnahme widersprochen wird.
Die Rechtsextremen selbst reagierten mit Pöbeleien und versuchten einige Redende einzuschüchtern, wobei sie aber deutlich versagt haben. Gemeinsam mit vielen weiteren Initiativen gilt es jetzt, dran zu bleiben. Die nächste Gelegenheit bietet sich beim Protest gegen den Bundesparteitag der AfD in Magdeburg.
Nach Raguhn-Jeßnitz oder Sonneberg gilt erst recht: Keinen Millimeter nach rechts! Nachdem der AfD es im Landkreis Sonneberg zuletzt gelungen war, die Landratswahl zu gewinnen, stellt sie nun zukünftig in Raguhn-Jeßnitz den ersten hauptamtlichen Bürgermeister. Die faschistische Partei verkauft das als großen Durchbruch, triumphiert und verstärkt ihre rassistische, antisemitische und sexistische Propaganda. Aber es ist erst dann ein Durchbruch, wenn Gesellschaft und Politik das zulassen: gerade in Sachsen-Anhalt und in Thüringen sind Politik und Zivilgesellschaft nun gefragt, die AfD zu stoppen, die sich hinter dem Nazi Björn Höcke versammelt. Und die Zeit dafür ist jetzt, während es später vielleicht nicht mehr möglich sein wird. Es gilt, der Normalisierung entgegenzutreten. Diejenigen, die von einer demokratischen Entscheidung sprechen und um Verständnis werben, verharmlosen die AfD und bereiten die Unterstützung der faschistischen Partei vor.
Am 8. Juli findet das Sommerfest des faschistischen Instituts für Staatspolitik (IfS) in Schnellroda (Saalekreis) statt. Das Kollektiv „IfS dichtmachen“ ruft dagegen zum Protest auf, für den wir ausdrücklich werben möchten. Das IfS rund um Götz Kubitschek ist Teil eines Netzwerkes rund um den sogenannten völkischen Flügel der AfD um den Faschisten Björn Höcke und ist aufs Engste mit der Partei verbunden. Sie wollen von den Wahlergebnissen der AfD profitieren und gleichzeitig mit Rechtsextremen außerhalb der Partei kooperieren und diese verzahnen. Das Kollektiv IfS dichtmachen schreibt dazu: „Hier muss unser Protest ansetzen: Mit unserem Widerstand vor Ort zeigen wir, dass die Vernetzung von Faschist:innen untereinander gefährlich ist und dass es an Antifaschist:innen ist, diese zu stoppen. Auf Behörden können wir uns dabei nicht verlassen. Also rufen wir dazu auf, am 08. Juli 2023, um 14 Uhr nach Schnellroda zu kommen. Es gibt kein ruhiges Hinterland!“ Wer von Halle aus anreisen möchte, kann ab 12:30 Uhr den Bus von der Ernst-Kamieth-Straße (Hinterausgang HBF) aus nehmen. Um eine Voranmeldung unter kontakt@linksjugend-halle.de wird gebeten.
Wir schließen uns der Erklärung des Bundesverbandes der VVN-BdA an und möchten gerade mit Blick auf Sachsen-Anhalt erklären, dass jetzt der Zeitpunkt ist, die faschistische AfD zu stoppen.
Es gilt jetzt, jeglicher Normalisierung zu widersprechen und diejenigen in die Pflicht zu nehmen, die bis jetzt dazu beigetragen haben: die Wahl- und Umfrageergebnisse werden nichts andere, wenn man auf die AfD und ihre Verschwörungsideologien, ihren Rassismus, Antisemitismus und Sexismus eingeht und sie zu integrieren versucht. Sie werden andere, wenn sich genug Menschen dafür einsetzen, die Gesellschaft solidarischer zu machen und den Kampf gegen die Faschist*innen gemeinsam zu führen.
Es gilt jetzt, den Protest auf die Straße, in die Parlamente und in die gesamte Gesellschaft zu bringen. Die nächste große Gelegenheit ist der Protest gegen den Bundesparteitag der AfD in Magdeburg. Hier lässt sich ein starkes und deutliches Signal für den Antifaschismus senden – beteiligt euch daran und organisiert euch solidarisch und antifaschistisch!
Der Weltflüchtlingstag erinnert uns daran, dass Asyl ein Grund- und Menschenrecht ist, welches von den europäischen Staaten immer wieder ignoriert und abgeschafft wird. Die Katastrophe vor Pylos, die etliche Flüchtende das Leben kostete, hätte verhindert werden können. Genau wie die zehntausenden Toten der letzten Jahre. Aber die „Festung Europa“ will das Sterben nicht beenden, auch die deutsche Regierung arbeitet mit der Grenzschutzagentur Frontex stattdessen an einer Fortsetzung. Wir sind solidarisch mit den Menschen auf der Flucht und mit den zivilen Seenotretter*innen. Das unbedingte Recht auf Asyl ist auch eine Lehre aus der Terrorherrschaft des deutschen Faschismus. Diese Lehre zu missachten, sorgt für eine menschenfeindliche Grenzpolitik und auch für eine Verrohung der Länder, die Flüchtende sterben lassen. Zeit für einen grundsätzlichen Wandel!
Das Filmkollektiv Rosa Streifen Halle (Instagram: @rosastreifenhalle ) zeigt am 19.06.2023 um 19 Uhr den Film „Das wunderbare Leben der Margot Heuman“ im Lyonel-Feininger-Gymnasium Halle (Oleariusstraße 7). Für Interssierte die nicht teilnehmen können soll es einen Online-Stream geben.
Margot Heuman überlebte das Ghetto Theresienstadt und die KZs Auschwitz, Neuengamme und Bergen Belsen. Der Film zeigt das Erwachsenwerden als lesbische, queere jüdische Frau in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit mit Produzentin Dr. Anna Hájková (Instagram: @anka.hajkova ) zu diskutieren. Sie forscht und publiziert zu jüdischer, feministischer und queerer Geschichte des Holocaust und war schon bei der Online-Veranstaltung: Kampf um Erinnerung – Verfolgung queerer Menschen im NS unserer Bundesvereinigung VVN-BdA zu Gast. Diese Veranstaltung kann hier nachgeschaut werden: youtu.be/swlvtwZPBmE
Wir erinnern an Alberto Adriano, der am 11. Juni 2000 in Dessau brutal angegriffen wurde und drei Tage später, also am 14. Juni 2000, seinen Verletzungen erlag. Der damals 39-jährige Vater von drei Kindern kam als Vertragsarbeit aus Mosambik in die damalige DDR und arbeitete in Dessau als Fleischermeister. In der Nacht vom zehnten auf den elften Juni wurde er von drei Neo-Nazis überfallen, gefoltert und schwer verletzt. Der Mord an Alberto Adriano, der von seinem Sohn als „konsequent, immer nett, fürsorglich“ beschrieben wurde, führte zu großer Solidarität in der Gesellschaft. Auch in diesem Jahr wurde an ihn erinnert.